„Der Mensch wird nur Mensch durch Erziehung.“ – Immanuel Kant
Das Fach Pädagogik richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die sich für menschliches Verhalten, Entwicklung und gesellschaftliches Zusammenleben interessieren. Wer gerne diskutiert, hinterfragt und bereit ist, sich mit sich selbst und anderen Menschen auseinanderzusetzen, findet hier ein Fach mit hohem Lebensweltbezug und vielfältigen Perspektiven.
Im Mittelpunkt des Pädagogikunterrichts stehen Fragen nach Erziehung, Bildung, Sozialisation und Identitätsentwicklung. Dabei betrachten wir unterschiedliche pädagogische Theorien und Modelle aus einer pädagogischen Perspektive – also aus dem besonderen Blickwinkel, wie Menschen erzogen, geprägt, gefördert und in ihrer Entwicklung unterstützt werden können. Themen wie Lernen, Entwicklung im Kindes- und Jugendalter, Erziehungsstile, Sozialisation, Werteerziehung oder die Bedeutung sozialer Medien werden dabei wissenschaftsorientiert untersucht und kritisch reflektiert.
Die Arbeitsweisen im Fach sind sehr kooperativ und abwechslungsreich: Neben der intensiven Arbeit mit Texten und Theorien spielen Diskussionen, Fallanalysen, Rollenspiele sowie Gruppenarbeiten eine wichtige Rolle. Durch den engen Bezug zur eigenen Lebenswelt eröffnet Pädagogik nicht nur neue Sichtweisen auf Schule, Familie und Gesellschaft, sondern fördert auch die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zum verantwortungsvollen Umgang mit anderen Menschen.
Pädagogik verbindet theoretisches Denken mit praktischer Lebensnähe – und bietet damit eine wertvolle Grundlage für viele soziale, pädagogische und gesellschaftliche Berufsfelder.
Inhalte EF
- „Was ist Erziehung? – Definition(en) von Erziehung; Erziehung im Verhältnis zu Sozialisation und Enkulturation
- Erziehungsfähigkeit und –bedürftigkeit (anthropologische Aspekte)
- Erziehungsstile
- Erziehung im historischen und/oder kulturellen Kontext
- Was ist Lernen? Schwerpunkt: wesentliche Merkmale des Lernens- Lernen im pädagogischen Kontext
- Die Macht der Umwelt– Behavioristische Lerntheorien
- Die Bedeutung von Vorbildern in der Erziehung – Die sozialkognitive Lerntheorie
- Kognitive und Neurobiologische Erkenntnisse zum Lernen (Piaget, Neurobiologie und Pädagogik)
Inhalte Q1
- Grundlagen für Entwicklung und Sozialisation
- Entwicklungsfördernde Erziehung aus psychoanalytischer und -sozialer Perspektive
- Welche Rolle(n) spiele ich?“ Sozialisation als Rollenlernen nach G.H. Mead
- Moralische Entwicklung oder Erziehung? [„Vom ‘Wie du mir, so ich dir‘ zur goldenen Regel“]- Das „Just-Community-Konzept“ im Anschluss an Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung
- „Das Leben meistern-Aufbruch oder Schiffbruch“? Entwicklungsaufgaben des Jugendalters und das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung nach Klaus Hurrelmann (Interdependenz von Streben nach Autonomie und sozialer Verantwortlichkeit
- Nicht einfach nur nett sein wollen“ Unzureichende Identitätsentwicklung am Beispiel von deviantem Verhalten mit weiterem Fokus auf Online- und Offline-Identitäten- die Gefahr der Identitätsdiffusion in sozialen Netzwerken
- Identität und Bildung
Inhalte Q2
- Erziehung im Nationalsozialismus
- Hilf mir, es selbst zu tun“ –Montessoripädagogik als ein reformpädagogisches Konzept
- Alles gleich gültig?“ – Interkulturalität als Herausforderung
- Erzieher, Sozialpädagogen, Geragogen, Heil-, Medien-, Museums-, Freizeitpädagogen … Pädagogische Berufe
- Institutionalisierung von Erziehung- Funktionen von Schule, Vorschuleinrichtungen und internationale Vergleichsstudien (Pisa)